Angelina führt zwei Pferde entspannt an lockeren Stricken

Ratgeber · 3 Min. Lesezeit

Bodenarbeit mit dem Pferd: 5 Übungen für den Anfang

Halfter, Strick, zehn Minuten am Tag: Mit diesen fünf Übungen legst du die Basis für entspanntes Führen, Verladen und mehr Vertrauen.

Bodenarbeit klingt für viele nach viel Theorie, Zubehör und Zeit. Dabei reichen für den Anfang ein Halfter, ein Führstrick und zehn Minuten am Tag. Diese fünf Übungen sind die Basis für fast alles – vom entspannten Führen bis zum Verladen.

Vorab: Trag Handschuhe und festes Schuhwerk, wickel den Strick nie um die Hand und such dir für den Anfang einen ruhigen Ort, an dem wenig los ist.

Übung 1: Anhalten – und stehen bleiben

Du bleibst stehen, dein Pferd auch. Klingt selbstverständlich, klappt aber bei vielen Pferden nicht zuverlässig.

  • Geh ein paar Schritte, atme hörbar aus und bleib stehen – erst mit deinem Körper, dann, falls nötig, mit einem leichten Impuls am Strick.
  • Bleibt dein Pferd neben dir stehen: loben, kurz warten, weitergehen.
  • Steigere langsam, wie lange es ruhig stehen bleibt. Drei Sekunden sind ein guter Anfang.

Übung 2: Rückwärts richten

Rückwärts gehen zeigt deinem Pferd, dass du auch Raum einfordern kannst – ohne Kraft.

  • Stell dich schräg vor dein Pferd, richte deinen Oberkörper auf und gib einen leichten, rhythmischen Impuls am Strick in Richtung Brust.
  • Schon ein halber Schritt zurück ist ein Erfolg: Druck sofort weg, loben.
  • Mit der Zeit reicht ein Blick oder eine kleine Geste.

Übung 3: Hinterhand weichen

Die Hinterhand ist der „Motor“ deines Pferdes. Wenn es sie auf ein Signal zur Seite nimmt, hast du in brenzligen Momenten viel mehr Kontrolle.

  • Stell dich seitlich auf Höhe des Sattellagers und zeig mit der Hand oder dem Strickende Richtung Hinterbein.
  • Kreuzt dein Pferd mit dem hinteren Bein über: sofort aufhören, loben.
  • Auf beiden Seiten üben – die meisten Pferde haben eine „bessere“ Seite.

Übung 4: Tempo anpassen

Dein Pferd soll sich an dein Tempo anpassen – nicht umgekehrt. Das ist die beste Übung gegen Drängeln und Ziehen.

  • Geh abwechselnd langsamer und schneller, mach kleine Pausen.
  • Dein Pferd bleibt dabei auf Höhe deiner Schulter, mit etwa einer Armlänge Abstand.
  • Überholt es dich, halt an und geh ein paar Schritte rückwärts – ruhig, ohne Ärger.

Mehr dazu im Ratgeber „Pferd drängelt beim Führen?“.

Übung 5: Neuer Untergrund

Eine Plane, ein Brett oder ein kleines Podest: Neuer Boden ist für viele Pferde spannend – und genau deshalb eine tolle Übung für Vertrauen und Gelassenheit.

  • Lass dein Pferd den Untergrund erst anschauen und beschnuppern.
  • Jeder Schritt in die richtige Richtung wird mit einer Pause belohnt.
  • Erst wenn es entspannt darüber geht, wird es schwieriger.

Diese Übung ist übrigens die beste Vorbereitung fürs Verladetraining.

Bonus: Einfangen auf der Weide

Anhalten, Weichen und Tempo helfen dir auch dort, wo viele Probleme anfangen: am Weidetor. Wenn dein Pferd vor dir weggeht, findest du im Ratgeber „Pferd lässt sich nicht einfangen?“ einen eigenen Schritt-für-Schritt-Plan.

So baust du die Übungen auf

  • Kurz und oft: Zehn Minuten am Tag bringen mehr als eine Stunde am Wochenende.
  • Mit einem Erfolg aufhören: Beende jede Einheit, wenn etwas gut geklappt hat.
  • Immer gleiche Signale: Dein Pferd lernt am schnellsten, wenn du jedes Mal gleich fragst.
  • Pausen belohnen: Eine Pause sagt deinem Pferd „genau das war richtig“ – oft mehr als jedes Leckerli.

Lieber mit Begleitung starten?

Körpersprache ist schwer aus Texten zu lernen – ein Blick von außen hilft enorm. In der Bodenarbeit komme ich zu dir in den Stall, in Aachen, Würselen und der ganzen Städteregion, und wir üben genau das, was dein Pferd gerade braucht.

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